Nach dem Milliarden Euro teuren Hypo-Debakel kommt der nächste Schock für die österreichische Bankenlandschaft. Mit der Ukraine-Krise könnte das Ost-Engagement der Kreditinstitute zu einem Milliardengrab werden. Die möglichen Folgen sind katastrophal.

Mit der notverstaatlichten Hypo-Alpe-Adria hat sich die Alpenrepublik ein finanzielles Verlustrisiko von bis zu 20 Milliarden Euro aufgeladen. In den vergangenen fünf Jahren musste der Bund schon 3,6 Milliarden Euro in die marode Bank stecken – und ein Ende ist nicht abzusehen. Doch diese Katastrophe ist nur die erste große Schockwelle. Einige kleinere gab es schon zuvor und einige weitere Wellen werden noch folgen.

So haben die Raiffeisen Bank International (RBI) und die Erste Bank in den letzten Jahren weit über eine Milliarde Euro allein in Ungarn in den Sand gesetzt. Mit dem angekündigten Rückzug aus dem Ungarn-Geschäft, welches durch die widrigen Bedingungen im Nachbarland notwendig wurde, dürften noch weitere Verluste realisiert werden. In Slowenien, dessen Krise im Bankensektor beinahe schon zypriotische Ausmaße annimmt, dürften sich die Verluste für die involvierten österreichischen Banken ebenfalls auf mehrere hundert Millionen Euro belaufen.

Das aktuell größte Risiko für die alpenrepublikanische Finanzindustrie lauert jedoch noch weiter im Osten: Mit dem Bank-run der Ukrainer droht das ukrainische Bankensystem zu kollabieren. Hinzu kommen Berge aus faulen Krediten die die Bilanzen belasten. Zwar stieg die Erste Bank schon aus dem ukrainischen Markt aus, was zu Verlusten in Höhe von etwa 300 Millionen Euro führte, doch einige andere österreichischen Banken sind immer noch sehr stark präsent. So ist die RBI mit drei Millionen Kunden und 800 Filialen die größte Auslandsbank der Ukraine, die Bank Austria ist dort in etwa halb so groß.

Bricht die Ukraine zusammen, wären die Auswirkungen auf das österreichische Osteuropa-Engagement fatal: mehr als 200 Milliarden Euro beträgt die investierte Summe der österreichischen Banken in diesem Raum. Unter Umständen könnten so ein Verlust von über 100 Milliarden Euro entstehen, für den die Republik dann wohl im Zuge von Bankenrettungspaketen partiell einstehen müsste.

2 COMMENTS

  1. Wen kratzt es schon wenn Fiat Money Banken bankrott gehen, das angebliche „Geld“ das sie „haben“ ist ja eh nur erfunden, out of thin air, wie Ron Paul so schoen sagt. Nur Buchgeld, am Computer erzeugt, noch nicht mal gedruckt, ohne jeden echten deckenden Wert dahinter.
    Also bitte, ob oesterreichisch oder sonstwoher, sollen diese kriminellen Banken doch alle in‘ Dutt gehen, ich wein ihnen keine Traene hinterher. Mir tun nur die naiven Sparer leid. Und wir Steuerzahler, die wir diesen systemunrelevanten Bankstern aus der Patsche helfen, statt sie wie jeden anderen Betrieb wegen schlechten Wirtschaftens in den Orkus zu schicken

  2. Habe eine Ergaenzung zu vermelden, die in dieselbe Kerbe schlaegt:
    http://www.neopresse.com/finanzsystem/oesterreich-land-der-wachsenden-schuldenberge

    Ausschnitt:
    „Die Schuldenquote in Österreich liegt nun bei beinahe 80 Prozent. In Zahlen ganz genau 256,80 Milliarden Euro. Den Großglockner hat man damit längst hinter sich gelassen und orientiert sich an den ganz Großen – dem Himalaya.
    Seit 2007 sind die Schulden um beinahe 50 Prozent gestiegen. Vor allem die Bankenlandschaft in Österreich trägt dazu bei. Österreich ist längst kein Vorzeige-Bankplatz mehr. Viel mehr saugen die Banken sukzessive Volksvermögen ab. … Österreich ist von den südlichen Nachbarn, die man gerne mahnend und mit Zeigefinger erwähnt, nicht mehr so weit entfernt…“

    Vielleicht ist DAS hier fuer unsere mitleidenden Austria Freunde auch interessant :
    Regierung gegen Volk – Feymann & Spindelegger gegen den Rest der Welt:
    http://volksvermoegen.wordpress.com/2014/03/01/regierung-gegen-volk-feymann-spindelegger-gegen-den-rest-der-welt

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