Militärische Interventionen des Westens in diversen Ländern führten bislang beinahe immer zu instabilen Verhältnissen. Libyen zählt wie der Irak oder Afghanistan zu jenen NATO-Operationsgebieten, in denen die heutige Situation schlimmer denn je ist. Anstatt der Demokratie herrscht nun Chaos vor.

Seit dem Sturz Gaddafis kämpfen in dem von Stämmen und Clans beherrschten Land die einzelnen Gruppen um die politische Vorherrschaft. Wurde früher das Geld aus den Erdölverkäufen noch unter allen Gruppen so aufgeteilt, dass sich Keiner übervorteilt sah, versucht heute jeder einzelne Stamm das größtmögliche Stück vom Kuchen für sich zu beanspruchen. Die Folgen: Gewaltexzesse, Chaos und Zerstörung.

Dank der NATO-Unterstützung wurde das einzig mäßigende Band Libyens – Muammar al-Gadaffi – zerschnitten. Er wusste, dass der von Stammesgesellschaften geprägte Wüstenstaat nur dann zusammengehalten werden kann, wenn man ihn mit fest angezogenen Zügeln führt. Zuckerbrot und Peitsche eben. Nur so konnten die Partikularinteressen dem gesamtstaatlichen Wohl untergeordnet werden.

Wer heute nach Libyen blickt findet ein Land vor, in dem es keine gesamtstaatliche Autorität mehr gibt. Verbrecherbanden und Milizen beherrschen weite Teile des Landes, und jeglicher Widerstand der Bevölkerung wird mit massiver Gewalt niedergeschlagen. Morde, Vergewaltigungen und Plünderungen gehören nun zum Alltag der Menschen in Libyen. Besser als früher unter Gaddafi geht es ihnen damit jedenfalls nicht.

Allein die Entwicklungen in diesen NATO-Operationsgebieten ist Beweis genug dafür, dass die Bürger der einzelnen NATO-Mitgliedstaaten ihre Parlamente und Regierungen zum Austritt aus dieser Vernichtungsmaschinerie auffordern sollten. Nicht nur wegen den Verbrechen in Nordafrika und im Nahen Osten, auch wegen der Einkreisungspolitik gegenüber Russland und der Eskalationsstrategie in der Ukraine. Oder wollen wir nach Bosnien-Herzegovina nun einen weiteren, deutlich größeen "Failed State" in Europa haben?

Artikelbild: Flickr / Magharebia CC-BY 2.0

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