Israel reagierte mit einer Reihe von Luftangriffen auf syrische Militärstützpunkte auf einen jüngst erfolgten Bombenanschlag in den besetzten Golanhöhen. Die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern erlitten dadurch einen neuen Tiefpunkt. Manche behaupten, Israel hätte damit den Assad-Gegnern in die Hände spielen wollen um die Hisbollah weiter zu schwächen.

Wie inzwischen bekannt wurde, unterstützt die israelische Armee insgeheim seit längerer Zeit Al-Quaida-Milizen im Kampf gegen die Regierung Assad. Wer den Bombenanschlag letzten Dienstag in den von Israel besetzten Golanhöhen ausführte, ist nicht bekannt. Die israelische Führung jedoch erklärte lapidar, dass jegliche Angriffe von syrischem Gebiet aus Assad angelastet und entsprechend vergolten werden. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte: "Unsere Politik ist klar. Wir verletzen die, die uns weh tun." Verteidigungsminister Moshe Yalon betonte, dass Assad seine Aktionen noch bedauern würde, falls die Angriffe auf Israel fortgesetzt würden.

Da die Kampfhandlungen zwischen syrischen Regierungstruppen und deren Gegnern oftmals bis an die Grenze zu den Golanhöhen reichen, fliegen ab und an Mörsergranaten und Gewehrkugeln auf das besetzte Gebiet. Dabei antworteten die Israelis schon öfters mit Artilleriefeuer. Der jüngste Luftschlag gegen Stützpunkte der syrischen Armee jedoch erreichte eine neue Qualität. Im Zuge dieses Angriffs wurden nach israelischen Angaben eine Ausbildungsstätte, ein Armee-Hauptquartier und Artillerie-Batterien zerstört. Dass dieser Luftangriff nun erfolgte, obwohl die israelische Armee schon am Dienstag mit Artilleriebeschuss auf den Bombenanschlag reagierte, wirkt etwas sonderbar. Immerhin haben weder die israelische Führung noch Assad ein Interesse an einem neuerlichen Krieg.

Zwar übt sich die syrische Militärführung in scharfen Worten, zumal die Regierungstruppen derzeit größere Erfolge gegen die feindlichen Milizen erzielen können, dennoch könnten sie sich einen Krieg mit dem militärisch hochgerüsteten jüdischen Staat nicht leisten. Auch Israels Interesse an einer Eskalation nach so vielen Jahren relativer Ruhe im Grenzgebiet dürfte überschaubar sein. Dennoch gibt es Vermutungen, wonach der Luftschlag dazu dienen sollte, die syrische Armee zu schwächen da diese von der schiitischen Extremistengruppe Hisbollah unterstützt wird, welche zu den Erzfeinden Israels zählt.

Wahrscheinlich soll diese Taktik der Al-Quaida einen Vorteil verschaffen, so dass sich beide Seiten möglichst lange in einem zermürbenden Krieg aufreiben, und somit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können. Ganz nach dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" schlachten sich so Moslems – Schiiten und Sunniten – gegenseitig ab, so dass Israel seine Soldaten keinen Gefahren aussetzen muss.

 

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