Griechenland: 10 Milliarden Euro sollen fließen

Griechenland wird nicht umsonst als "Fass ohne Boden" beschrieben. Entgegen aller Beteuerungen im Vorjahr sollen nun weitere 10 Milliarden Euro als Kredit nach Griechenland fließen. Anstatt den Resetknopf zu drücken und den Griechen einen Neuanfang zu ermöglichen, wird das Leid der Menschen weiter verlängert.

Das griechische Schuldendrama erhält einen neuen Akt: Nach 7 Monaten intensiver Verhandlungen billigte die Troika nun eine weitere Kredittranche in Höhe von 10 Milliarden Euro für Athen. Geld, für das trotz maroder Staatsfinanzen weitere Zinskosten auf den Staatshaushalt zukommen. Wie das angesichts der totalen Überschuldung bezahlt werden soll, steht jedoch in den Sternen.

Zwar erwirtschaftete der griechische Staat nach offiziellen Angaben erstmals einen "Primärüberschuss" (Haushaltssaldo ohne Zinskosten), doch dieser wurde nur mit Hilfe umfangreicher Tricks erwirtschaftet. Zehntausende Griechen mit Anspruch auf den Gang in den Ruhestand stecken so zum Beispiel in einer Warteschleife, weil die Behörden die Anträge nicht bearbeiten. Allein dadurch erspart sich der Staat mehrere Millionen Euro an Auszahlungen. Zudem wurden schon Steuern für 2014 eingefordert, so dass diese im laufenden Jahr fehlen werden. Dadurch kann Griechenland zwar mit "guten" Zahlen glänzen, häuft jedoch Dank der Zinskosten weitere Schulden an die zu noch höheren Belastungen führen.

Wie üblich verlangen der Internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Union und die Europäische Zentralbank weitere Auflagen zur Gewährung dieser Summe. Und das, obwohl die griechische Bevölkerung unter den rigiden Sparmaßnahmen leidet. Sicher: ganz unschuldig an der Misere sind die Griechen nicht. Immerhin haben weite Teile der Bevölkerung die Misswirtschaft und Korruption jahrzehntelang entweder aktiv unterstützt, oder schlichtwegs nur geduldet. Beinahe Jeder wollte eben ein Stück vom Kuchen haben.

Ohne ein funktionierendes Steuer- und Abgabensystem, sowie die konsequente Ahndung von Steuerhinterziehung (mehrere hundert Milliarden Euro Schwarzgeld sollen sich auf ausländischen Konten befinden), wird das Land jedoch noch lange Zeit eine marode und teure Baustelle sein. Die griechische Bevölkerung wird weiterhin unter den Sparmaßnahmen leiden, die europäischen Steuerzahler werden für die Hilfsgelder gerade stehen müssen, und der Profit liegt einzig und allein bei den Banken und den Spekulanten der Hedgefonds.

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