An verlässliche Daten über die Strahlenbelastung rund um das havarierte Atomkraftwerk bei Fukushima zu gelangen ist angesichts der repressiven Maßnahmen der japanischen Regierung beinahe unmöglich. Forscher werden an der Arbeit behindert und oftmals sogar bedroht, damit das wahre Ausmaß der Strahlenbelastung nicht bekannt wird.

Sowohl Spitzenforscher japanischer wie auch ausländischer Universitäten berichten immer wieder davon, dass sie von den Behörden entweder schlicht keine Unterstützung erhalten hätten, oder gar drangsaliert wurden. Messungen bezüglich des radioaktiven Fallouts und dessen Auswirkungen werden dadurch kaum großflächig machbar, so dass die Ergebnisse nur bedingt auswertbar sind.

Für ausländische Forscher ist es sogar fast unmöglich mit japanischen Kollegen zusammen Forschungsergebnisse zu präsentieren, da diese dadurch um ihre Lehrstühle und staatliche Forschungsgelder fürchten müssten. Immer wieder würden japanische Forscher zur Selbstzensur greifen, wenn sie nicht ohnehin schon von ihren Vorgesetzten zur Vorsicht ermahnt worden wären, wie Professor Timothy A. Musseau von der University of South Carolina gegenüber der New York Times sagte. Er studierte die Folgen des GAU von Tschernobyl und wollte nun die Daten aus Japan auswerten.

fukushima_falloutOffenbar versucht die japanische Regierung damit eine Beunruhigung der Bevölkerung in den umliegenden Präfekturen zu verhindern. Eine Massenpanik soll dadurch wohl verhindert werden. Dabei zeigen Messungen, dass bereits Teile des Nordpazifiks eine deutlich erhöhte Strahlenbelastung aufweisen und radioaktiv belastetes Wasser durch die Meeresströmung in Richtung amerikanischer Westküste gezogen wird. Hinzu kommt noch die erhöhte Strahlung, die in Folge des Windes nach Nordamerika zog, wie die links stehende Grafik von Globalresearch zeigt.

Dass sich gerade Japan, welches schon durch die US-Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki äußerst schlechte Erfahrungen mit der radioaktiven Strahlung machte nun so verhält, ist rational kaum nachvollziehbar. Wenn sich die japanische Regierung mit dem endgültigen Ausstieg aus der Nuklearenergie aus energiepolitischen Gründen etwas Zeit lassen möchte, muss man das verstehen. Immerhin bliebe derzeit als Alternative nur der massive Import von Kohle, Öl und Gas. Dennoch muss ein Weg gefunden werden, um die tickenden Zeitbomben auf den tektonisch instabilen Arealen und in Reichweite von Tsunamis schnellstmöglich vom Netz zu nehmen. Der zu bezahlende Preis für diese Technologie ist einfach zu hoch.

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Artikelbild: Flickr / Oeko-Institut e.V CC-BY-SA 2.0

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