Die Hoffnungen vieler Menschen in Deutschland, mit der "Alternative für Deutschland" (AfD) ein EU-kritisches Gegengengewicht zu Union und FDP zu schaffen, lösen sich allmählich in Luft auf. Eine Erfolgsstrategie sieht anders aus.

Mit der ursprünglichen Konzipierung der AfD als Sammelbecken für jene Konservativen und Liberalen, die im Europakurs der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung einen Fehler sahen, hat die Entwicklung der letzten Monate kaum mehr etwas zu tun. Jene Kräfte in der jungen Partei, die bislang eher ein Fall für die rechten Kleinparteien wie "Republikaner" oder "Die Freiheit" waren, eroberten immer mehr Landes-, Kreis- und Ortsverbände.

Den Anspruch, die Interessen der bürgerlichen Mitte zu vertreten, konnte die Alternative für Deutschland schon von Anfang an kaum erfüllen. Dazu war die Programmatik und Thematik zu sehr auf die Interessen einer bestimmten Clientel der finanziellen Oberschicht zugeschnitten. Wer als Arbeiter dachte, mit einem Kreuz für AfD ins Schwarze getroffen zu haben, musste damit ebenfalls zwangsläufig enttäuscht werden.

Inzwischen, so scheint es, dass Luckes Truppe vor allem für den nationalkonservaten und nationalliberalen Sektor der deutschen Kleinparteienlandschaft zu einem ernsthaften Konkurrenten avanciert. Für die NPD als Vertreter des "nationalen Sozialismus", in dem der soziale – man könnte schon fast sagen "linksnationalistische" – Flügel deutlich mehr Einfluss hat als die konservativen Kräfte, dürften die Auswirkungen eher überschaubar sein.

So muss man sich nicht wundern, wenn "gemäßigte" AfD-Mitglieder wie beispielsweise Dagmar Metzger oder Franz Niggemann ihren Parteiaustritt verkünden. Die Reibereien zwischen Parteiführung und Parteibasis, zwischen Liberalkonservativen und Rechtskonservativen, zwischen D-Mark-Befürwortern und Vertretern der "Nordeuro-Lösung", und so weiter mussten dazu führen. Übrig bleiben deshalb immer mehr die hartnäckigen Kräfte: Chauvinisten, Homophobe, Islamophobe. Die Moderaten hingegen verlassen die eurokritische Partei. Wie sich diese Entwicklung auf die Europawahl auswirken wird, muss sich jedoch erst noch zeigen.

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6 KOMMENTARE

  1. Der Austritt von Herrn Niggemann und die Niederlegung der Ämter von Frau Metzger sind wohl kaum ein Hinweis für das Wegbrechen des liberalen Flügels. Herr Niggemann ist nun wirklich nicht großartig öffentlich in Erscheinung getreten und Frau Metzger war vor Ihrer AfD-Mitgliedschaft vor allem durch Ihr islamkritisches Engagement bekannt. Seither kam nicht mehr viel.

    Es gibt durchaus noch genügend Liberale in der Partei, die den Flügel gut repräsentieren, beispielsweise Andre Wächter oder Alexander Dilger.

  2. @Rainer Wein

    Was ist denn fuer Sie "liberal" … FDP Arschkriecherei gegenueber den USA, der Wirtschaft, den Hoteliers?

    Ich hab die AfD gewaehlt, weil sie gegen die Fiat Money Waehrung T€uro ist und eine echte Basisdemokratie will, dabei muss ich all diese "nationalliberalen" Honks in Kauf nehmen, denen die Arbeiterschicht am Arsch vorbeigeht.

    Es gibt aber andere basisdemokratische Parteien, wie z.B. die Violetten, die Neue Mitte von Christoph Hoerstel, die Freien Waehler, die OeDP. Wenn sich die AfD selber zerfleischt oder von Geheimdienstlern unterwandert wird so wie es mit den Gruenen geschah, dann waehle ich eben die anderen. Aber nie wieder diese ewigen und neoliberalen Erzversager von SPD, CDU, Gruene.

    @Marco

    Sag mal, was soll denn eigentlich dauernd dieses "politisch korrekte" Abstempel-Sprech, diese abgefackte Orwellsche Wortwahl von "Homophob", "Islamophob", was soll der Scheiss.
    Gehoerst Du zur religioesen Gender-Mainstreaming Propagandamaschinerie oder was ist mit Dir los?
    Red lieber zur Sache, statt Leuten ein Etikett zu verpassen, das ist billige Polemik.

    Otto

  3. Das ist stur, Marco, lass Dir auch mal was sagen, denn das ist einfach gleichgeschaltetes Orwellsprech. Sprache transportiert Inhalte. Wenn Du unkritisch homophil und islamophil bist, dann oute DU Dich doch hier, aber tu nicht so als wenn das eine Haltung zu sein hat, die jeder anzunehmen hat, nur weil irgendein abseitiger Thinktank den Du eventuell vertrittst das von Dir erwartet.
    jedenfalls sind das dumme nicht hinterfragte Begriffe, die solltest Du meiden, das klingt zu sehr nach Gehirnwaesche und nicht durchdachtes Nachplappern.
    Das sind Schnitzer, mein lieber, Floskeln, bequeme Etikettmaierei und abgedroschene Sprechblasen, billige abstempelnde Hohlformen, vastehste? xD
    Ueberzeugt einfach nicht, ok? 🙂

    Obwohl ich weitestgehend mit Dir inhaltlich politisch uebereinstimme, stylistisch hapersts und knartzt es bei Dir noch, meide doch einfach solche fragwuerdigen albernen Worthuelsen, Du musst doch nicht den dumpfen gleichgeschalteten Systemjournalismus kopieren.

    Otto

    • Nun, ich bin weder homophil/-phop noch islamophil/-phob, sondern sehe diese Themen ziemlich neutral. Mir ist es ziemlich egal, welche Sexualität oder Religion jemand hat. Wenn dir meine Wortwahl nicht gefällt, dann ist es eben so. Ich schreibe so, wie ich es für angebracht halte, und nicht so wie es andere Menschen gerne hätten. Genauso wie ich Andre oder auch unseren bisherigen Gastautoren nicht vorschreibe, was sie wie zu schreiben haben. So einfach ist das. 😉 

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