Seit Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise ist der globale Schuldenberg geradezu explodiert. Belief sich das weltweite Anleihenvolumen 2007 noch auf rund 70 Billionen Dollar, so beläuft sich die Summe laut Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) inzwischen schon auf rund 100 Billionen Dollar. Doch wo Schuldner sind, gibt es auch Gläubiger.

Globales Anleihenvolumen 2007 2013Die Verwerfungen auf den Finanzmärkten während der Krise ab 2008 hatten ihren Preis, den vor allem die Steuerzahler zu tragen haben. Von den insgesamt etwa 100 Billionen Dollar an Schuldtiteln wurden rund 43 Billionen von den öffentlichen Haushalten ausgegeben. 2007 waren es noch etwa 24 Billionen Dollar. Damit ergab sich eine massive Verschiebung der Vermögenswerte. Immerhin muss ja jemand die emittierten Schuldtitel von Staaten und Unternehmen gekauft haben.

So stellt die BIZ in ihrem Bericht fest, dass es prozentual gesehen zu einer zunehmenden Nationalisierung der Schulden kam. Noch von 2001 auf 2007 stieg der Anteil ausländischer Gläubiger von 21 auf 29 Prozent an, sank jedoch auf nunmehr 27 Prozent ab. In absoluten Zahlen jedoch stieg das gekaufte Anleihenvolumen im Zeitraum 2007-2013 von etwa 20 auf 27 Billionen Dollar an.

Während jedoch der globale Schuldenberg anwächst, vermeldet das US-Magazin "Forbes" in seinem Milliardärsranking einen weiteren Anstieg der Dollarmilliardäre. Demnach gibt es inzwischen schon 1.645 Milliardäre auf dieser Erde die ein Nettovermögen von 6,4 Billionen Dollar auf sich vereinigen. Angesichts der unvorstellbar hohen globalen Schuldensumme sehen die Vermögenswerte dieser Menschen fast schon lächerlich gering aus. Allerdings konnten die Milliardäre ihr Gesamtvermögen innerhalb eines Jahres um eine satte Billion, oder knappe 20 Prozent vermehren. Nimmt man jedoch alle Menschen her die mehr als eine Million Dollar an Vermögen besitzen – das sind immerhin etwa 0,7 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung – so vereinigen diese mit 89,7 Billionen Dollar beinahe schon jene Summe auf sich, die an Schuldtiteln auf den Finanzmärkten herumgeistern.

Die Frage ist nur, wie viel an Vermögen noch da ist, wenn die Finanzmärkte komplett kollabieren. Immerhin wird sich das Schuldgeldsystem irgendwann komplett übernehmen, und mit den nicht mehr bedienbaren Krediten werden dann auch die virtuellen Geldberge der Finanzeliten zusammenschmelzen wie Butter in der heißen Pfanne. Schon jetzt sind vor allem die öffentlichen Schulden kaum mehr zu stemmen, so dass die Zahl der Staatspleiten in den kommenden Jahren deutlich zunehmen werden. Ganz zu schweigen von den toxischen Finanzderivaten in den Bilanzen vieler Banken, die nach wie vor ein erhebliches Systemrisiko darstellen.

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