Mit einem Verschuldungsgrad von rund 37% des Bruttoinlandsprodukts liegt die Ukraine im Vergleich zu vielen anderen europäischen Staaten eigentlich noch gut im Rennen. Allerdins bezahlt der Staat derzeit rund 8% Zinsen jährlich für seine Staatsanleihen. Dank der Bonitätssenkung von Standard & Poors (S&P) von CCC+ auf CCC wird es für die neue Regierung nicht leichter.

Russlands Zusage an Präsident Janukowytsch, dem Land mit einer Kreditlinie von 15 Milliarden Dollar unter die Arme zu greifen, dürfte angesichts der Putsches hinfällig sein. Die erste Anleihenemission in Höhe von 2 Milliarden Dollar die frisches – russisches – Geld in die Kassen spülen sollte, wurde inzwischen schon gestrichen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass Russlands Präsident Putin die neue proeuropäische Regierung finanziell stützen wird.

Angesichts der großen Unterstützung einiger Oligarchen, sowie der Gasprinzessin Timoschenko als Leitfigur, wird sich die neue Regierung davor hüten, den Milliardärsklans einen Obolus zur Sanierung der maroden Staatsfinanzen abzuverlangen. Doch ohne nachhaltige Reformen wird eine Verbesserung der finanziellen Lage nicht umsetzbar sein. Immerhin lebt rund ein Viertel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, weshalb die Streichung der Subventionen – vor allem für das russische Gas – kaum denkbar sein wird.

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