Den chinesischen Schattenbanken geht zunehmend das Geld aus. Fällige Einlagen die bisher mit frischem Anlegergeld bedient wurden werden rar, so dass immer mehr dieser Trusts in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Damit droht auch Europa und Amerika die nächste Schockwelle an den Finanzmärkten.

Konservativen Schätzungen zufolge umfasst das chinesische Schattenbankensystem eine Anlagesumme von rund 10 Billionen Yuan (1,2 Billionen Euro). Etwa 40% davon – ca. 500 Milliarden Euro – dürften in diesem Jahr fällig sein. Doch frisches Kapital ist knapp und mit einer dünnen Eigenkapitaldecke von etwa 2,6% kann dieses Geld nicht aufgebracht werden. Somit droht dieses Schneeballsystem im Laufe dieses Jahres zu implodieren.

Für die Zocker im Reich der Mitte kommt erschwerend hinzu, dass die chinesische Zentralbank den ausufernden Kreditmarkt eindämmen möchte. Erst letzten Dienstag entzog sie den Kapitalmärkten 48 Milliarden Yuan (5,8 Milliarden Euro). Was sich auf den ersten Blick nach einer geringen Summe anhört, ist für chinesische Verhältnisse jedoch ein ordentlicher Batzen in Sachen Symbolwirkung. Immerhin haben allein die chinesischen Geschäftsbanken ein Kreditvolumen von etwa 9 Billionen Yuan (1,1 Billionen Euro) vergeben.

Fallen die ersten Trusts um, sind schlussendlich die gesamten 10 Billionen Yuan gefährdet. Die Finanzmärkte basieren vorwiegend auf den Prinzipien der Massenpsychologie, weshalb dieser Crash deutlich weitere Kreise ziehen wird. Bei einer Wirtschaftsleistung von etwa 6,6 Billionen Euro entspricht schon das Anlagevolumen der Schattenbanken etwa einem Fünftel davon.

Zum Vergleich: Bricht das chinesische Schattenbankensystem zusammen, entspräche die Summe auf Deutschland umgelegt rund 550 Milliarden Euro (etwa 20% des deutschen BIP). Diese Zahl soll veranschaulichen, wie ernst die Lage der chinesischen Finanzmärkte ist. Denn die 10 Billionen Yuan sind nur der Anfangswert, welcher sich im Zuge einer daraus entstehenden globalen Schockwelle vervielfachen wird. Angesichts der in Folge der Finanzkrise 2008 nach wie vor angeschlagenen Märkte in den USA und Europa, wird der Westen der sich anbahnenden Kettenreaktion trotz der lockeren Geldpolitik nicht viel engegenzusetzen haben.

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