(mm) Im sogenannten Libor-Skandal verhängte die EU gegen sechs Banken inzwischen Strafen in Höhe von insgesamt 1,7 Milliarden Euro. Alleine die Deutsche Bank muss für die Manipulation der Referenzsätze 725 Millionen Euro berappen. Was nach viel Geld klingt, ist angesichts des verursachten Schadens jedoch nur ein Klaps auf die Finger.

Deutsche BankNeben der Deutschen Bank sind auch die Societe Generale, die Royal Bank of Scotland, Citigroup, JP Morgan Chase und RP Martin von der Strafzahlung betroffen. Die schweizerische Bank UBS, sowie das britische Bankhaus Barclays müssen keine Geldstrafe zahlen, da sie erheblich zur Aufklärung dieser Machenschaften beitrugen.

Finanzexperten schätzen den verursachten Schaden durch die Zinsmanipulationen auf bis zu 9 Milliarden Dollar (6,6 Milliarden Euro). so dass die verhängten Geldbußen lediglich einem "Klaps auf die Finger" gleichen. Immerhin konnten die beteiligten Banken mittels Phantasiezahlen bei den Referenzzinssätzen LIBOR, EURIBOR und TIBOR beinahe vier Mal so viel Geld kassieren, als sie nun in Form von Strafzahlungen abführen müssen.

Diese Praxis dürfte zur Unterbindung krimineller Machenschaften in der Finanzindustrie ziemlich unwirksam sein, da der finanzielle Gewinn deutlich über den Geldbußen liegt. Zwar leidet darunter auch der Ruf der Banken, doch angesichts des allgemein schlechten Meinungsbildes von Bankern und Banken in der Öffentlichkeit, wird dies nur geringe Motivationseffekte zur Besserung aufweisen. Die menschliche Gier siegt eben nur zu gerne über den Verstand.

Artikelbild: Flickr/Matt Thorpe  CC-BY-NC-ND 2.0

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