Helmpflicht für Radfahrer – sinnvoll oder nicht?

Und wieder schlägt das Sommerloch zu, medial gesehen. Nachdem das Thema rund um Griechenland ausgekaut ist, haben die deutschen sogenannten Leitmedien sich ein neues Thema auserkoren, um der Bevölkerung auf den Zahn zu fühlen. Auf den Zahn zu fühlen, wie die allgemeine Stimmung zum Thema Helmpflicht ist für Radfahrer im Straßenverkehr.

Von Marcel Grasnick

Bisher gab und gibt es in Deutschland keine Helmpflicht für Radfahrer, auch nicht für Kinder. Es gibt wohl eine Empfehlung, doch diese ist nicht rechtlich bindend. Natürlich gibt es wiederum Statistiken, die belegen, dass Radfahrer ohne Helm bei Unfällen deutlich schwerere Verletzungen davontrugen. Es gibt allerdings auch Statistiken, die besagen, dass es nachts dunkler ist als draußen. In Europa gibt es zur Zeit nur wenige Länder mit gesetzlichen Regelungen zur Helmpflicht für Radler, und zwar in Österreich, Schweden und Tschechien für Kinder und Jugendliche, in Spanien, Finnland und Malta dagegen für alle Altersgruppen – zum Beispiel.

Eine Nichtbefolgung der Helmpflicht zieht natürlich wieder Bußgelder nach sich – ein Allheilmittel, um die stets klammen Staatskassen zu füllen. Glücklicherweise ließ sich die Politik in Deutschland bisher nicht auf eine Debatte darüber ein, schließlich waren und sind andere Themen wichtiger. Ukraine und Griechenland zum Beispiel. Doch wie jedes mal, wenn die Medien verstärkt auf ein Thema zugreifen, hat es oft ein politisches Nachspiel und so dürfte die offizielle Debatte nicht lange auf sich warten lassen. Dagegen spricht wiederum, dass es der deutsche Staat in 5 Jahren nicht geschafft hat, eine EU-Regelung umzusetzen bezüglich der Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln, auch für Gastronomen. Es ist nur verwunderlich, wieso. Sonst ist doch die Regierung schnell bei der Sache, EU-Drangsalierungen umzusetzen…

Lesen Sie auch:  Affen oder Kinder? Russland wählt weder das eine noch das andere und verdammmt Deutschland

Genug des Abschweifens vom Thema. Natürlich – es muss ja so sein – ist die Meinung bei dem Thema gespalten. Denn während Helme für Motorradfahrer und Gurte für Autofahrer durchaus Sinn machen bei gewissen Geschwindigkeiten und Manövern – und beim derzeitigen Verkehr sowieso – so wäre doch eine geeignetere Infrastruktur für Radfahrer wohl sinnvoller. Besser ausgebaute Radwege, die existierenden mal reparieren, das wären durchaus nützliche Maßnahmen. Doch ein Gedanke drängt sich dazu durchaus noch auf:

Es ist nicht ein weiterer Schritt zur Entmündigung der Bürger? Will der Staat uns so sehr vor uns selbst beschützen, dass wir Risiken nicht mehr selbst einschätzen können? Die Frage ist doch, ob die bisherige Freiwilligkeit nicht ausreichend ist. Denn wer auf seine Sicherheit bedacht ist, nimmt von selbst einen Helm. Allerdings schützt der auch nicht vor der Unachtsamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer, auch nicht vor der eigenen. Ein wenig mehr Risiko ohne Helm, dafür mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr und weniger Bemutterung durch den Staat – das wäre für mich ein Patentrezept.

Loading...
Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

9 Kommentare

  1. Ich hätte da noch weitere Ideen für unsere Volksverräter:
    – Stiropor- Umverpachungen für Ziegelsteine
    – Lichtreflexionsbänder für Fußgänger
    – Gelb-schwarze Warnstreifen an allen Türzargen (auch zu Hause)
    – Warnläufer mit orangen Signalflaggen vor allen Kraftfahrzeugen über 12 PS
    – Waffenschein für alle Messer ab 5 cm Klingenlänge
    – Pflicht eines Lehrgangsnachweises für Metallscheren
    – Mindestgröße für Richtungsanzeiger an Pkw 50qcm
    – Pflichtduschdurchlassbeschränker 1.01 bar
    – Nachweis bei Stromanschluß über Besitz einer Photovoltaikanlage
    – Pflicht einer beleuchteten Dachhausnummer zwecksTerrorbekämfung per Satelit
    – Eheunbedenklichkeitsbescheinigung mit Einkommensnachweis für Heteros
    – Amtsnachweis über Steueridenttätowierung unterhalb der rechten Armbeuge
    – 10 Gb RFID Implantat mit Lebenslauf und polizeilichem Führungszeugnis

    Diese faschistische Wunschliste liesse sich noch beliebig erweitern.
    Aber fangen wir doch klein an. Stellen wir erst einmal den Rechtsstaat und die Macht des wahren Souverän wieder her (das ist mitnichten Obama) und ab 5% Unterschriften von Wahlberechtigten je Verwaltungseinheit ist ein Referendum Pflicht.

  2. Abwrackprämie für Autos
    Abwrackprämie für alte Haushaltsgeräte
    Einbaupflicht für Rauchmelder
    Kontrolle von Wasserleitungen auf Legionellen
    ( Hab ich noch was vergessen ? )
    Und nun noch ein Konjunkturprogramm ? Helmpflicht ? Die Burschen machen sich unter Garantie keine Sorgen um die Bevölkerung ( denn dann würden sie den Bürger gemäß ihres Eides schützen und nicht ausbeuten ) , sondern wohl eher um die am Boden liegende Wirtschaft ( wenn so Etwas ins Auge gefaßt wird, muß es schon richtig schlimm sein ) Und es sind jedes mal 19% Märchensteuer fällig . Schließlich muß eine bekannte Insolvenz-Verschleppung bezahlt werden .

  3. Wenn ich mir die meisten Radhelme anschaue, so habe ich die Befürchtung, daß sie gerade mal ein oberflächliches Cut verhindern. Aber keine schwere Kopfverletzung.!!

  4. Je mehr Eigenverantwortung den Menschen genommen wird, desto hilfloser und abhängiger wird er werden. Und desto leichter wird er sich von Vater Staat gängeln lassen. Genau das ist die Intention der zahlreichen Bevormundungsgesetzen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf uns nierdergeprasselt sind: leicht zu führende Schafe, die sich willig bis aufs Blut scheren lassen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.