BRICS-Gipfeltreffen in Ufa: Partnerschaften ohne den Westen

Die Versammlung der Staatschefs der BRICS-Staaten, der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EEU) und der Shanghaier Kooperationsorganisation (SOC) in der russischen Industriestadt Ufa hat es in sich. Gemeinsam schmieden die Politiker Allianzen gegen die Vorherrschaft des Westens.

Von Marco Maier

Die westlichen Industriestaaten mögen derzeit zwar noch in Sachen Weltwirtschaft und Weltfinanzsystem den Ton angeben, doch das internationale Gewicht der BRICS-Staaten wächst. Während insbesondere die USA, aber auch deren Vasallen rund um den Globus versuchen, vor allem Russland und China politisch auszubremsen, begrüßte Wladimir Putin seine Amtskollegen der BRICS-Gruppe, der SOC und der EEU (als Beobachter) in der südwestrussischen Industriestadt Ufa.

Die Zusammenkunft der Politiker stellt quasi das Gegengewicht zum erst vor wenigen Wochen stattgefundenen G7-Gipfel dar. Dabei wurden (im Gegensatz zum Treffen der Westpolitiker) auch wirkliche politische und wirtschaftliche Fortschritte beschlossen. Darunter unter anderem eine Freihandelszone zwischen Russland und Indien, den Bau russischer Atomkraftwerke in Südafrika und eine engere Kooperation bei Investition, Handel und Energiefragen.

Zudem betonten China und Russland, dass sie die Bemühungen von Brasilien, Indien und Südafrika unterstützen wollen, im UN-Sicherheitsrat vertreten zu sein, um so auch auf UN-Ebene mehr Gewicht zu haben.

Die in Ufa gegründete Neue Entwicklungsbank (New Development Bank, NDB) der BRICS-Staaten ist mit einem Startkapital von 100 Milliarden US-Dollar darauf ausgerichtet, vor allem in den afrikanischen Entwicklungsstaaten die dringend notwendige Finanzierung für die Infrastruktur und den Energiesektor bereitzustellen.

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In der Abschlusserklärung heißt es als Gegenpol zur westlichen Politik: "Wir können nicht zulassen, dass die Maßnahmen einer restriktiven Wirtschaftsführung, die zum Scheitern in Europa und den USA geführt haben, nun als Wege aus der Krise präsentiert werden".

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Die BRICS-Staaten selbst tragen mehr als 17 Prozent des globalen Handels, 13 Prozent des globalen Dienstleistungsmarktes und 45 Prozent der globalen landwirtschaftlichen Produktion. Das gemeinsame Bruttoinlandsprodukt nach Kaufkraftparität stieg von 10 Billionen Dollar im Jahr 2001 auf 32,5 Billionen Dollar im Jahr 2014.

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4 Kommentare

  1. Und sie vertreten mit rund 3 Mrd. Menschen auch fast die Hälfte der gesamten Menschheit.

    Ein gutes Omen für die Weltwirtschaft, den Weltfrieden und gut, dass jemand darüber berichtet.
    In den MSM werden diese Themen zur Zeit totgeschwiegen, wie es von der anglophilen Lügenpresse nicht anders zu erwarten ist.

    Wer mehr über BRICS, SCO etc. erfahren will findet auf der Seite der Bürgerrechtsbewegung Material sich schlau zu lesen. Hier der Link für Interessierte:
    http://www.bueso.de

    1. ich halte dies für genauso bedenklich wie die EU und US Politk. Von wegen Weltfrieden. Die breiten doch nur ihren Wirtschaftlichen einfluss aus damit sie der EU und der US Regierung bzw Wirtschaft überlegen sind. Das führt doch alles zum gleichen. Ich sag euch nicht die Politik ist mehr das Problem sondern das System. Und das ist der Kapitalismus und ob mans glaubt oder nicht der Herrscht überall.

      1. Ihre Bedenken sind nachvollziehbar. Jede Grossmacht verfolgt ihre eigenen Interessen. Nur, es kommt schon noch auf das "Wie" und die grundsätzliche "Zielorientiertheit" an.

        Weder Kapitalismus, noch Kommunismus müssen grundsätzlich schlecht sein, sofern die Spielregeln und Gesetze dieser Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme von allen – aber wirklich von allen – eingehalten werden. Und das findet eben nicht statt, woran alle Machtsysteme letztlich kranken bis zu ihrem Untergang.

        Die Monarchien haben ihren Reichtum nicht selbst erarbeitet, sondern diesen gestohlen durch Kriege und deren Kriegsbeute sowie durch Ausrauben ihrer Kolonien und auch ihrer eigenen Bevölkerungen. Der Kommunismus war nie ein Kommunismus, sondern eine Diktatur mit wenigen sozialorientierten Einlagen und einem riesen Überwachungsapparat. Auch dort hat die oberste Nomenklatura nichts als ihre eigenen Bevölkerungen an der Nase herumgeführt, angelogen, sie hat die Wirtschaft marodieren lassen und sich selbst ein luxuriöses Leben gegönnt. Der Kapitalismus mündet, wie wir heute sehen, in ein gesetzbrüchiges verlogenes Wirtschaftssystem, in dem kleine Führungsgruppierungen schamlos ihre machtbeanspruchenden Forderungen gegenüber ihren eigenen und den globalen Bevölkerungen mit Schmieren, Erpressen, Drohen, Kriegen, falschen Vorwänden usw. geltend machen und sich dabei noch als die rettende Führungsriege in den Medien darstellt.

        Dass Putin ein neues Russland mit einer sich weiter entwickelnden Wirtschaft aufbaut, ist offensichtlich. Und er hat bereits sehr viel für sein Land und seine Bevölkerung geleistet. Ganz klar, dass er Russlands Interessen verfolgt. Dasselbe gilt für die anderen Mächte im eurasischen Teil. Aber immerhin sucht er nicht wie die USA seine Macht global mit Krieg und Zerstörung geltend zu machen, sondern interessiert sich am nachhaltigen Aufbau einer Infrastruktur, bei der die jeweilige Bevölkerung mitprofitieren kann. Das ist eine annehmbare Haltung, mit der sich verhandeln und eine Zukunft für die kommenden Generationen aufbauen lässt. Deshalb zieht Putin immer mehr Menschen auf seine Seite.

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