Während die Medien angesichts der Flüchtlingsdramen im Mittelmeer vor allem auf Europa blicken, führt Israel – welches sich sonst gerne als Mahner aufspielt – Deportationskampagnen für Flüchtlinge durch. Vor allem die Konservativen und Rechten befürchten den "Verlust der jüdischen Identität".

Von Marco Maier

Flüchtlinge sind in Israel nicht willkommen. Vor allem dann nicht, wenn es sich um welche aus Afrika handelt. In Internierungslagern unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen müssen sie verharren. Auf ein dauerhaftes Bleiberecht zu hoffen ist angesichts der strengen Einwanderungsregeln, welches vor allem auf die Ansiedlung jüdischer Menschen zielt, eigentlich zeitverschwendung.

Denn vor allem die konservativen und rechten Politiker schüren weiterhin den Fremdenhass. So sagte die Likud-Politikerin Miri Regev schon vor einigen Jahren in Tel Aviv: "Die Sudanesen sind das Krebsgeschwür in uns. Wir müssen unsere Töchter beschützen, unsere Frauen, unsere Jobs." Aussagen, die in nicht wenigen Teilen der israelischen Bevölkerung auf Zustimmung stoßen. Aussagen, die von Israel heftigst kritisiert würden, wenn dies deutsche oder österreichische Politiker öffentlich sagen würden.

Doch in Israel gibt es nur wenig Kritik an solchen Äußerungen. Zu sehr ist man darum bemüht, die "jüdische Identität" des Landes zu schützen. Angesichts dessen, dass schon die arabischstämmige Bevölkerung schneller wächst als die jüdischstämmige, fällt die Aufnahme von Flüchtlingen aus Afrika eben nicht gerade auf Wohlwollen. Dennoch gibt es immer wieder Demonstrationen und Protestkundgebungen von Israelis, die sich gegen die Flüchtlingspolitik der rechtskonservativen Regierung unter Premierminister Benjamin Netanyahu wenden.

Und so kommt es, dass Flüchtlinge prinzipiell in Abschiebelagern landen. Zum Beispiel in Holot, wo tausende Menschen – im politischen Sprachgebrauch Israels oft als "Eindringlinge" und "Illegale" bezeichnet – untergebracht wurden. Im nassen, kalten israelischen Winter auch ohne Heizung. Dafür jedoch bietet man den Flüchtlingen sogar Geld dafür an, dass sie wieder nach Hause zurückkehren. Auf "arte" findet man auch eine interessante Doku zu diesem Thema.

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7 thoughts on “Flüchtlinge: Israels Angst vor dem „Verlust der jüdischen Identität“”

  1. Sorgen tuten sich wohl so ziemlich alle Gemeinschaften dieser Welt darum, einige dürfen es halt sagen, andere Stimmen nur mit den Füßen und dem Geldbeutel ab, das ist nunmal die Realität, egal ob man die Augen davor verschließt oder nicht.

  2. Recht haben die Juden.Erhöhte Flüchlings,und Minderheitenzahlen gefährden die Identität der Gastgebernation.Wenn nun einer seine Identität satt hat ,der soll unbegrenzt Einwanderer  in seine Heimat unterbringen.Das ist aber dann keine  Frage der Humanität ,sondern  der nationalen Identitätskrise.Offensichtlich hat man in D.seine Geschichte doch nicht so gründlich verarbeitet wie es pausenlos behauptet wurde.

  3. Die Israelis haben völlig recht mit ihrer klugen Einstellung. Ein Volk zu vermischen ist ihrer Meinung nach fatal. Nur ist es nicht nachzuvollziehen, daß die Israels dasselbe uns Deutsche nicht zugestehen, es verwerflich finden, wenn wir unser Land vor der Völkerinvasion beschützen wollten. Aber wir Deutschen wollen unser Land ja nicht einmal beschützen, holen schließlich freiwillig Millionen in unser Land. Wir verspüren kein Fünkchen Liebe zu unserer Heimat, unsere Wurzeln sind krank.

  4. Wenn die Juden ihre heutige  Identität verlieren, dann haben sie ja eine neue Identität.

    Vielleicht kommen die Völker der Welt dann besser mit ihnen (und ihrer dann neuen Idetität) aus, denn mit der heutigen Identität hatten sie in den letzten 2000 Jahren recht wenig Erfolg.

    Viele Grüße

    H. J. Weber

  5. Der Staat Israel wurde von Einwanderern aus Europa gegründet und ist deshalb ein klassisches Einwandererland. Trotzdem verstehe ich die Sorgen der Bevölkerung um die Erhaltung ihrer Identität!

    Die europäischen Staaten haben Nord- und Südamerika und Australien besiedelt und sind deshalb klassische Auswandererländer. Und genau darum verstehe ich die Sorgen der Europäer um die Erhaltung ihrer Identität!

                                             GLEICHES RECHT FÜR ALLE!

  6. Der Staat Israel wurde als Abschluß der 2Th.Jahre andauernde Heimatlosigkeit von den europäschen Juden für die Juden gegründet.()es gebe keinen Holokaust wenn die Briten die Gründung paar Jahre vorher erlaubt hätten) Das denoch viele Juden immer noch ,nach Ausgrenzung ,Pogromen,Holokaust,Antisemitizmus und sonstige Diskriminirungen ihre Diaspora bevorzugen ist ziemlich verwunderlich.(unverständlich,oder bessergs. pervers.-oder hat es immer noch wirtschaftliche Gründe) Das die Juden anderen Völker das Recht auf ihre eigene Identität ablehnen ist nich anderes als eine Verarschung,um ihre Interessen dem anderen gegenüber besser verträten zu können.Sympatie wird niemals per Erpressung (besonders wenn es einmal auf Verarschung basiert)erreicht werden können.Das müssten die Juden in ihre wirklich schützenswerte Identität dringend einbauen.

  7. Es ist völlig gleichgültig, ob sie damit recht haben. Der springende Punkt ist, das sie hinter allen anti-rassismus ( das nur ein code wort für anti-weißen rassismus ist) Kampagnen in der westlichen Welt stehen. Sie wollen also IHRE Identität schützen und unsere zerstören. So ein bigottes Verhalten kann ein normal denkender Mensch eigentlich nicht auch noch goutieren!

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