Tsipras in Moskau: Zusagen Putins – EU-Politiker schäumen

Der Besuch Alexis Tsipras' bei Wladimir Putin zahlt sich offenbar aus. Medienberichten zufolge soll Griechenland von den russischen Gegensanktionen zu den EU-Sanktionen ausgenommen werden. Heftige Kritik kommt von den "EU-Partnern".

Von Marco Maier

Während die EU-Partner weiter eine harte Linie verfolgen und wegen dem Moskau-Besuch des griechischen Regierungschefs schäumen, sucht Alexis Tsipras im Kreml einen neuen Verbündete im Kampf gegen den Staatsbankrott und den wirtschaftlichen Niedergang. Putin und Tsipras wollen den im Zuge der Sanktionsspirale zwischen der EU und Russland eingebrochenen Handel zumindest auf bilateraler Ebene wieder freigeben.

Griechenland, welches vor allem Lebensmittel nach Russland exportiert, wurde vom Importstopp besonders hart getroffen. Insgesamt reduzierte sich die Ausfuhr von Waren aus Griechenland nach Russland um 40 Prozent, was die griechische Landwirtschaft besonders hart traf. Tsipras hatte die EU-Sanktionen als "nicht wirksam" kritisiert. Der Schaden für die griechischen Bauern sei immens durch den Wegfall des russischen Marktes, sagte er.

Russland könnte Agrarprodukte wie Pfirsiche, Erdbeeren, aber auch Fisch und Milchwaren wieder auf seinem Markt zulassen. Bei den Gesprächen geht es nach Angaben aus Moskau außerdem um Rabatte bei russischen Gaslieferungen an Griechenland. Die Russen wollen auch eine Beteiligung der Griechen an der neuen Gas-Pipeline Turkish Stream erreichen, die durch das Schwarze Meer und in der Türkei verlegt werden soll.

Wie zu erwarten folgten dem Moskau-Besuch Tripras' scharfe Worte von anderen EU-Politikern. Der sozialdemokratische EU-Parlamentspräsident, Martin Schulz, schwadronierte sogar davon, dass Athen von der EU "viel Solidarität" erhalten würde. "Dann können wir umgekehrt auch Solidarität verlangen – und dass diese Solidarität nicht durch Ausscheren aus gemeinsamen Maßnahmen einseitig aufgekündigt wird", so Schulz weiter. Dabei ist es gerade die harte Haltung Brüssels, die Tsipras nach Moskau treibt.

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Indessen empörte sich Russlands Außenminister Sergej Lawrow über die harten Worte der EU-Politiker wegen Tsipras' Moskau-Reise. Wenn ein EU-Mitglied seine nationalen Interessen wahrnehme, werde es von Brüssel gleich als unsolidarisch gegeißelt, sagte er heute in Moskau. Lawrow warf der EU eine antirussische Front vor. "Immer mehr Länder werden sich bewusst, wie kontraproduktiv die Sanktionen gegen Russland sind", meinte der Außenminister gegenüber der Agentur Interfax. "Von unserer Seite bleiben aber alle Vorschläge von Präsident Wladimir Putin zur Zusammenarbeit (mit der EU) auf dem Tisch, einschließlich einer gemeinsamen Freihandelszone", sagte Lawrow.

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15 Kommentare

  1. Diese Verlogenheit der EU kann Einen echt krank machen. Ich hab sie nicht gewählt diese selbstenannten Diktatoren und selbstHelmut Kohl versprach bei der Euroeinführung dass das was heute ist nie passieren würde

  2.  

    Die sind alle gesteuert, Bildberger, FRC wer weis wer noch alles Globalisierung s Fetischisten halt. Russland s Führung ist denen mit China im Weg. Einfach mal Thomas Bernett googeln Globalisierung Schrecklich.

  3. bravo alexis tsipras, du scheinst echt etwas für das wohl deines volkes zu tun, du bist ein ausnahmepolitiker, der eine hohe anerkennung verdient und seinem volk dient, wie es sich für ein staatsoberhaupt gehört, gr sollte so schnell wie möglich den eu-schulden-molloch verlassen, um nicht vollends unter zu gehen….und martin schulz oder wie die marionette in brüssel heißt, sollte sich mit unbedachten kommentaren zurückhalten, dieser wadenbeisser ohne rückrat arbeitet nicht wie tsipras für sein volk, sondern für die wall-street gangster. also schulz, auf deutsch: halt deine verlogene fresse !

  4. Gerade das Land, was z.Zt. die größten Schwierigkeiten hat, zeigt allen anderen den Mittelfinger.

    Daraus sollten wir lernen: „Es gibt immer einen Weg“

  5. Da sieht man mal wie BEHÄMMERT die Eu-Politmarionetten sind.Es hat sich doch schon längst bewiesen das die Sanktionen gegen Russland doch nur als FALSCH und Kontraproduktiv erwiesen haben!

    Schade finde ich nur das viel zuwenig Arbeitsplätze in Europa durch dieses VERHALTEN

    verloren gingen!

    Erst wenn dies passiert werden die Menschen in europa auf wachen und auf die BARIKADEN gehen denn dies machen sie viieeelll zu wenig!

    Tsipras gebe ich volkommen RECHT wenn er diesen SCHRITT ohne die " eu " Vasallen unternommen hat!

    Da kann man nur sagen der Mann hat einen ARSCH in der Hose,bzW.RÜCKRAD,man möge mir diesen "Krassen Ausdruck" verzeihen,dies haben sehr viele Politiker in der eu leider nicht!

    Der ist nicht so DOOFF wie unsere Politmarionetten in Berlin die schon lange den DRAHT zum Deutschen Volk DURCHTRENNT haben!

     

  6. Ich finde die Haltung der Griechen richtig. Zipras ist den Griechen gegenüber verantwortlich und nicht der im US-Arsch steckenden korrupten EU. Vielleicht kommen noch mehr Regierungen dahinter, dass wir uns im Auftrage der USA nur selbst schädigen und klinken sich aus dem Sanktionswahnsinn aus.

    1.  Ο Γερμανικός και ο Ελληνικός λαός είναι δύο αρχαίοι και σοφοί λαοί της Ευρώπης. Πρέπει να διατηρήσουν την αξιοπρέπεια τους και να σταματήσουν να εξαρτώνται απο τις Η.Π.Α. Στόχος των Η.Π.Α. είναι να διαλύσουν την Ευρωπαική Ένωση. Δυστυχώς σήμερα χρησιμοποιούν την κυρία Μέρκελ για να το πετύχουν αυτό. Οι Γερμανοί και οι Έλληνες πρέπει να αγωνιστούμε για μια δυνατή Ευρώπη και όχι να λέμε βρισιές μεταξύ μας.

  7. Endlich kommt Leben in die Entspannung mit Russland.

    Jungs,habt ihr gut gemacht!

    Jetzt mal ordentlich Knoblauch ueberall aufhaengen,damit die Vampiere fern bleiben.

    Sicherlich kann Herr Tsipras als Grieche ausgezeichnet kochen.

    Mutti Merkel und Holande kommt zur Party sobald die Sonne aufgeht und ihre Aufpasser sich in ihren Saerge zurueck gezogen haben.

    Bist da hin geniessen wir schon mal die frische Morgenluft mit der Morgenroete.

     

  8. Das kann ganz übel ausgehen.

    Sowas gibt schnell Regime-Change zur Wiederherstellung von Westwerten mit vielen Tausenden von Toten.

    1. Kann übel ausgehen, muss es aber nicht. Griechenland als Feindbild aufzubauen dürfte unglaublich schwer werden.

      Und dazu gibt es noch ein altes Sprichwort: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Sollen alle immer nur ducken? Erinnert irgendwie an Distrikt 13 aus "Tribute von Panem".

  9. Was mir auffällt: Wenn die USA von "auf dem Tisch" reden, geht es immer um die militärische Lösung. Wenn Russland von "auf dem Tisch" redet, geht es um mehr Zusammenarbeit.

  10. Europa kappt im Auftrag der USA alle Wirtschaftsverbindungen und die USA erleben schwindelerregende Handelszuwächse mit Russland. Dennoch schweigt (fast) ganz Europa.

    Zusätzlich lässt sich unser eigener Finanzminister im Namen der  EU zu lautstarken Verurteilungen der Griechen hinreißen. 

    So wie ich unsere Bilanzen lese und das deutsche Finanzplatz-Österreichbashing sehe, ist da nicht mehr viel Unterschied zu Griechenland. Lassen wir uns dann wie GR die Höhe der Sozialleistungen, Gehälter und Pensionen von Brüssel und Schäuble vorschreiben? Für wen Arbeiten die nationalen Politiker eigentlich?

    Tsipras hat wenigstens eine europöische Idee die sich nicht um Sklavenhandel dreht, das stößt Mutti und Co sauer auf.

  11. Die westeuropäischen Völker stimmen dem griechischen Vorgehen und der Zusammenarbeit mit Russland mehrheitlich sicher zu. Raus aus den staatsterroristischen EU-Fesseln! Jedes Land kann seine eigenen Interessen verfolgen. Was die westlichen Speichellecker-Regierungen dazu meinen, interessiert nicht. Griechenland hat einiges zu bieten, insbesondere seine Öl- und Gasvorkommen in seinen umliegenden Meeren. Bleibt zu hoffen, dass sie diese Ressource nicht unüberlegt verschachern.

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