Österreich auflösen – Dugin sorgt in den Medien für antirussische Hetze

Ein Zufall oder nicht: Österreich gilt als eines jener EU-Länder, die sich mit den Sanktionen gegen Russland nicht wirklich anfreunden können und aus dessen Politik und Wirtschaft stets für gute Beziehungen zwischen den Ländern einstanden. Nun sorgt der nationalistische russische Philosoph Alexander Dugin dafür, dass gerade in Österreich selbst die Stimmung in der Bevölkerung kippen soll, indem er die Auflösung Österreichs fordert.

Von Marco Maier

"Ein Imperium entsteht gegen den Westen": Diesen Titel trägt ein Interview mit Alexander Dugin auf der ungarischen Nachrichtenseite alfahir.hu. Die der rechtsextremen Partei Jobbik nahestehende Website fragt gleich zu Beginn, wie es denn mit der Zukunft Ungarns aussähe, sollte dieses hypothetische Imperium tatsächlich geschaffen werden. Dabei erklärt Dugin, er sehe das Ende der Nationalstaaten gekommen. Zu jenen Ländern, die zu existieren aufhören würden, würden demnach auch Österrreich, Ungarn, die Slowakei oder Serbien zählen.

Dugin gilt als einer der Vordenker der "Eurasischen Union", wobei seine politischen Ambitionen diesbezüglich deutlich weiter gehen, als dies im Falle der von Präsident Putin ins Leben gerufenen Organisation umgesetzt wird. Weil er einmal Berater des russischen Duma-Vorsitzenden Sergej Narischkin war und sich ab und an mit Politikern trifft, wird ihm eine Einflussnahme vorgeworfen. In dem Interview erklärt er, dass er das Ende der kleinen Nationalstaaten möchte, die er lieber in neuen Vielvölkerreichen zusammengeschlossen sähe. Seine Logik: Um die Globalisierung einzudämmen, die die Nationalstaaten bedroht, müssen – zumindest die kleinen – Nationalstaaten aufgelöst werden.

Für Dugin ist eine tripolare Weltordnung unter der Führung Russlands, Deutschlands und Amerikas jener Traum, der verwirklicht werden soll. Dabei ignoriert er Putins Bestrebungen, vor allem im Rahmen der BRICS-Gruppe und weiteren Kooperationen eine multipolare Weltordnung zu etablieren. Vergleicht man die politischen Ansinnen beider Männer wird deutlich, wie sehr sie sich unterscheiden.

Insofern wirken die ständigen Unterstellungen der deutschsprachigen Medien, Dugin sei Putins "Chefideologe" einfach nur plump und ideologisch motiviert. Vielmehr scheint es, als ob Dugin lediglich Teil der "5. Kolonne" ist, die dem Land möglichst viel Schaden zufügen möchte. Immerhin wird es wohl kaum ein Zufall sein, dass gerade jetzt, wo sich insbesondere Österreich für eine besonnenere Politik gegenüber Russland einsetzt, die abstrusen Ideen Dugins hochgekocht werden.

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Offenbar will man verhindern, dass die Österreicher weiterhin eher positiv über die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen des Landes zu Russland denken. Da wirkt eine derart lancierte Meldung für die überwiegend patriotischen Österreicher, die sich – ob Freiheitlich, Sozial- oder Christdemokratisch – mit dem Land identifizieren, geradezu perfekt, um mehr Menschen auf die antirussische Linie der Transatlantiker zu führen.

Umso wichtiger ist es, das perfide Spiel dahinter zu erkennen, und sich nicht von den politisch motivierten Medien in die Irre leiten zu lassen. Dugin mag zwar eine kleine Anhängerschaft in Russland haben, doch ist sein politischer Einfluss glücklicherweise äußerst begrenzt.

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