Ist die Rubelkrise vorbei?

Russlands Finanzminister, Anton Siluanow, erklärte die Rubelkrise für beendet. Der Kurs der russischen Währung scheint sich wieder zu stabilisieren, was auch auf diverse Gegenmaßnahmen der russischen Zentralbank zurückzuführen ist.

Von Marco Maier

Derzeit kostet ein Dollar etwa 51 Rubel. Noch vor wenigen Tagen mussten sogar 78,80 Rubel pro Dollar bezahlt werden. Damit, so scheint es, ist der russischen Zentralbank gemeinsam mit den Anstrengungen Putins eine Stabilisierung der russischen Währung gelungen. Mit dazu beigetragen hat sicherlich auch die Zusage Chinas, den Rubel bei Bedarf zu stützen. Theoretisch könnte die Volksrepublik ja hunderte Milliarden Dollar auf den Markt werfen, um damit Rubel aufzukaufen.

Inzwischen gehen Analysten davon aus, dass sich der Rubel-Dollar-Kurs bald schon auf einem Niveau von etwa 40 Rubel pro Dollar stabilisieren könnte. Die Ankündigung der russischen Zentralbank, gegen Vorlage von Sicherheiten wie Unternehmensanleihen auch kurzfristige Dollar-Kredite an die Firmen zu vergeben, hilft dabei sehr. Ebenso dürfte der Beschluss, Erdgas an die West-Kunden nur noch auf Rubel-Basis zu verkaufen, einen weiteren Stabilisierungseffekt haben. Immerhin müssen insbesondere die EU-Kunden dafür Rubel im Wert von dutzenden Milliarden Euro kaufen.

Die russischen Gold- und Devisenreserven sind durch die Stützungskäufe auf den tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren gefallen. Wobei jedoch die Goldreserven selbst deutlich zunahmen. Die Moskauer Notenbank bezifferte die Reserven auf 398,9 Milliarden Dollar (327,1 Milliarden Euro) – ein Rückgang von 15,7 Milliarden Dollar (12,8 Milliarden Euro) innerhalb einer Woche. Zuletzt war die Summe im August 2009 unter 400 Milliarden Dollar gelegen. Die Notenbank hat heuer insgesamt mehr als 80 Milliarden Dollar (65,47 Milliarden Euro) zur Stützung des Rubel ausgegeben.

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Nach Angaben der Regierung in Moskau hat der Wertverlust des Rubels die Inflationsrate zuletzt auf 10,4 Prozent erhöht. Bis Jahresende könne die Preissteigerung sogar auf rund elf Prozent steigen. Die Preissteigerung hatte zuletzt während der Finanzkrise 2009 die psychologisch wichtige Schwelle von zehn Prozent überschritten. Aus diesem Grund wurden auch Restriktionen beim Export von Getreide und eine Begrenzung beim Preisanstieg von Wodka beschlossen.

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Ein Kommentar

  1. Ich kann nur sagen, hier in Ostwestpfhalen hat sich der Preis für Heizöl seit einem krassen Sturtz bei 60 Cent seit über einer Woche stabilisiert. Das ist ein Indiz dafür , dass sich der Rubel gefangen hat .

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