Angesichts der wirtschaftlichen und finanziellen Spannungen quer durch den Kontinent, müssen sich die EU-Staaten zunehmend auch mit gesellschaftlichen und politischen Querelen auseinandersetzen. Die zunehmende Beliebtheit von Protestbewegungen sorgt dafür, dass die politische Stabilität deutlich abnimmt.

Von Marco Maier

Die von der politischen Kaste der europäischen Länder gemachten Fehler rächen sich zunehmend. Der jahrzehntelange Stimmenkauf über Haushaltsdefizite und die Etablierung eines Finanzsystems, welches lediglich ein paar "global player" bevorzugt, lassen immer mehr Menschen rebellieren. Sie zahlen immer mehr Steuern obwohl sie oftmals immer weniger Geld verdienen. In vielen Ländern ist man froh darüber, überhaupt noch einen Job zu haben, während sich die Eliten aus Politik und Wirtschaft mit teurem Champagner besaufen und es den einfachen Bürgern und den kleinen und mittelständischen Unternehmen immer schwerer machen.

Eine logische Konsequenz dieser Entwicklung zeigt sich in erstarkenden populistischen Parteien und Bewegungen. Syriza in Griechenland, Podemos in Spanien, die Fünf-Sterne-Bewegung in Italien und der Front National in Frankreich sind solche Paradebeispiele. Den Menschen ist es egal, ob diese politischen Kräfte aus dem linken oder rechten Spektrum kommen – für sie zählt nur der Umstand, dass sie sich nicht mehr von den bisherigen Eliten ausnehmen lassen wollen. Dass diese Protestparteien oftmals auch keine wirkliche Lösungen parat haben, spielt hierbei keine Rolle. Patentrezepte zur Lösung der aktuellen Probleme gibt es ohnehin keine.

Doch diese Umwälzungen führen dazu, dass dass die alten politischen Seilschaften von Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen immer ineffektiver werden. Mit dem Erfolg der Protestparteien werden jedoch die Parteienkartelle aufgebrochen. Selbst wenn es in den einzelnen Ländern noch unterschiedliche Entwicklungen gibt, so könnte es bis zum Jahr 2020 schrittweise zu gewaltigen politischen Veränderungen kommen.

Es ist kein Geheimnis, dass insbesondere die südeuropäischen Länder von Portugal bis Griechenland hoffnungslos überschuldet sind. Eine Übernahme der Regierungsverantwortung Syrizas in Griechenland, samt nachfolgender Zahlungsverweigerung an die Gläubiger, könnte die EU vielleicht noch aushalten. Ähnliche Entwicklungen in Frankreich oder Italien hingegen nicht. Das Elitenprojekt Europäische Union ist auf dem besten Weg in den Zerfall. Auch wenn es die derzeitigen Machthaber noch nicht wahrhaben wollen. Allerdings sind die Bruchlinien überall schon zu erkennen.

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8 thoughts on “Die EU wird politisch immer instabiler”

  1. Bitte korrigieren!!!!!!

     

    PODEMOS in Spanien sind keine populistische Partei, sondern komunistisch. Alle Mitgleider der Direktion sind erklaerte Kommunisten und schon seit 2005 von Chavez in Venezuela ausgebildet worden.

    Ausserdem wollen sie verstaerkt Muslime ins Land holen. Also bitte diese Partei nicht faelschlich als populistisch bezeichnen.

  2. Sorry, es gibt sehr wohl ein Patentrezept.

    Aber das läuft diametral gegen das derzeitige Finanzsystem aus Derivaten, Bonds, Anleihen und Swaps.

    US-Präsident FD Roosevelt hat zur erfolgreichen Bekämpung der US-Depression eine strikte Bankentrennung verfügt, den Glass-Steagall-Act und mit diesem die USA vor dem völligen Bankrott bewahrt. Nun kam zwar unterstützend hinzu, dass er mit den USA 'dank' Pearl-Harbor in den WK2 eingetreten ist und Unmengen an Waffen produzieren konnte.

    Ungeachtet dieser Tatsache war der Schritt zur Bankentrennung jedoch die Lösung des Problems. Damals – und heute. Man muss – schwierig genug – mit dem britischen Finanzmodell brechen und zum sog. 'Rheinischen Kapitalismus zurückkehren, der schon D in den ersten Jahrzehnten des 20.Jh. zur mächtigsten Wirtschaftsnation Europas aufsteigen ließ.

    Dieses Modell global angewandt würde unermessliche Kreaivität im produktiven Sektor freisetzen, Millionen von Arbeitsplätzen schaffen und so Wohlstand für große Teile des Erdballs.

    Ok, auf Kosten der heute proftierenden Eliten. Aber das ist es allemal wert.

  3. Anders als die Kommunisten wird diese Elite nichtgewaltfrei von ihrer Macht lassen und wenn man weiss, dass sie unliebsame Politiker oder Kritiker beseitigt, die dann einen plötzliche Tod erleiden, kann man sich ausmalen, was passiert wenn ihr Einfluss bedroht ist.

  4. Es gibt aus meiner Sicht auch sehrwohl einige Faktoren die diesbezüglich geändert werden müssen: Und ein Patentrezept – wenn es ein solches im Sinne aller wäre – ergibt sich immer auch aus den Augen der verschiedenen Betrachter.

    Die Kapitalkräftigen fürchten um die Schrumpfung ihres Vermögens. Doch ist heutiger Kapitalismus und somit auch dieser diesbezüglich genannte "Wohlstand" – speziell bei Vermögenden –  oft auf dem finanzkapitalistischen Pyramidensystem aufgebaut. Um dies einfach auszudrücken, es ist Reichtum durch verteilung der Geldmengen von unten nach oben – statt der meist weniger vorhandenen Tatsachen von Reichtum durch effektive Arbeit! Wer also reich ist, der muss seinen reichtum auch selber verwalten, und bewirtschaften. 2. Muss die EU also solche ersatzlos aufgelöst und liquidiert werden. die EU wurde auch mit dem Ziel gegründet, nationale Identitäten zugunsten vermischter Völker mitunter zwecks gezieltem Abbau der Rechte aller sowie Vermögen aller zu etablieren. Die EU muss auch ersatzlos aufgelöst und liquidiert werden damit einzelne, rechtsstaatliche Grundsätze sowie Grundrechte, welche zugunsten von Finanzoligarchien und Interessensvereinigungen, wie z.B. derer transatlantischer Herkunft, wieder hergestellt werden können. Die EU muss auch ersatzlos aufgelöst und liquidiert werden damit Rüstungsindustrien die hinter vereiningungen wie der NATO stehen wieder rechtsstaatlichkeit wie Gesetz und Moral nicht folgenlos missachten, und auch verletzten können. Die heurigen Verhältnisse in der Ukraine sind dafür ein gutes Beispiel. Die EU muss auch ersatzlos aufgelöst und liquidiert werden damit einzelne Länder wieder ihre Wirtschaftliche Kraft am internationalen Wirtschaftsmarkt durch anpassung ihrer Wirtschaftsleistung anpassen können. Der Euro und sein Konzept missachtet grob internationale Gegebenheiten wie einzelne Nationalstaaten z.B. mit auf- oder abwertung der Währung ihre Kaufkraft und somit auch ihren nationalen Wohlstand sich den jeweiligen gegebenheiten anpassen können. Weiter muss die EU auch ersatzlos aufgelöst und liquidiert werden, weil der wichtigste Faktor der EU, nämlich die Kommission, nicht demokratisch sowie rechtsstaatlich gewählt wurde. Einfach ausgedrück heisst das dass alle Spitzen der EU sind Funktionäre, und keine gewählten Volksvertreter. Pleitestaaten wie die Südländer Europas können mittels gezielter Insolvenz zurück in die wirtschaftliche Unabhängikeit geführt werden. Ultima ratio verfolgt die usa durch die EU aus meiner Sicht damit das Ziel, sich durch ein wirtschaftlich, politisch sowie auch sozial geschwächtes Europa weiter ihr Zwangssystem des Dollars als Welt-Leitwährung aufrechtzuerhalten, und sich auch mittels Knebelvereinbarungen wie TTIP oder TISA fast umsonst den wirtschaftlichen Zugriff  auf europäische ressourcen zu verschaffen. Also erst macht mans kaputt, dann rettet man es.

    €UEuropas Untergang

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