Spätestens im Oktober 2015 sollen die Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien stattfinden. Die "Duellanten" stehen jetzt schon fest: Bürgermeister Michael Häupl und FP-Chef Heinz-Christian Strache. Grüne, ÖVP und NEOS spielen kaum noch eine Rolle.

Von Marco Maier

Die aktuellen Umfragewerte für die gemeinsam mit den Grünen regierende SPÖ zeigen, dass die einst uneingeschränkt regierende Sozialdemokratie in Wien immer mehr an Glanz verliert. Der große Gewinner steht schon fest: die Freiheitlichen unter HC Strache. Derzeit würden – entsprechend der statistischen Schwankungsbreite – nur noch zwischen 31 und 39 Prozent der Wiener SPÖ wählen, die FPÖ käme demnach auf 23 bis 31 Prozent der Stimmen. Die Grünen (12-18 Prozent), die ÖVP (9-15 Prozent) und die NEOS (6-10 Prozent) spielen kaum noch eine Rolle.

Zwar sehen die Mittelwerte der jüngsten Umfragen nach wie vor eine knappe Mehrheit für die rot-grüne Koalition, doch in den nächsten Monaten könnte sich dies noch deutlich ändern. Spätestens Anfang des nächsten Jahres, wenn die nächsten Gebührenerhöhungen durch sind, dürfte dies sowohl der SPÖ als auch den Grünen wieder einige Stimmen kosten. ÖVP und NEOS werden gegen den angriffslustigen FP-Chef kaum etwas auszurichten haben, so dass wohl vorrangig die FPÖ davon profitieren wird.

Häupl, der am 7. November sein 20-jähriges Amtsjubiläum als Wiener Bürgermeister feiert, propagiert dennoch die absolute Mehrheit bei den Stimmen als Ziel für die Gemeinderatswahlen. 2010 reichte es nur noch für 44,34 Prozent – ein Minus von 4,75 Prozentpunkten. Nun droht der nächste Verlust von mindestens weiteren 5 Prozentpunkten. Die FPÖ, die nach dem Tief von 2005 im Jahr 2010 auf 25,77 Prozent kam, dürfte jedoch weiter zulegen und vielleicht auch an der 30-Prozent-Marke kratzen. Straches Ziel: ein Drittel der Stimmen.

Angesichts der Unzufriedenheit viele SPÖ-Sympathisanten mit dem grünen Koalitionspartner, will man sich innerhalb der Wiener Sozialdemokraten nicht wirklich auf weitere 5 Jahre rot-grüne Koalition festlegen. Zumindest nicht offiziell. Zu groß ist die Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen. Doch eine Koalition mit der ÖVP oder den NEOS dürfte sich kaum ausgehen – und an eine rot-blaue Zusammenarbeit ist nicht zu denken.

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