Würde man in Deutschland oder Österreich damit beginnen, die Staatsbürger nach Ethnie aufzuspalten und entsprechend anders zu behandeln, wäre der Aufschrei groß. Doch in Israel hat die Knesset genau das gemacht: das neue Nationalstaatsgesetz unterscheidet zwischen jüdischen und nichtjüdischen Staatsbürgern. Die Nürnberger Rassegesetze sind bald wieder da.

Von Marco Maier

Das was bislang inoffiziell der Fall war, soll bald schon gesetzlich festgeschrieben werden: All jene israelischen Staatsbürger die nicht jüdische Religionsangehörige sind, sollen bald schon kein offizieller Teil des Staates Israel mehr sein. Israel soll – so der Wille der konservativen, rechten und religiösen Parteien – als Nationalstaat der Juden deklariert werden. Für die autochthone arabische Bevölkerung ist darin kein Platz mehr. Und das, obwohl es sich hierbei um eine autochthone Bevölkerung handelt – wie beispielsweise die Slowenen in Kärnten oder die Dänen in Schleswig.

Schon jetzt kämpfen die arabischen Israelis mit massiven Vorurteilen. Für viele jüdische Israelis sind sie potentielle Terroristen. Viele andere jüdische Israelis hingegen fordern schon seit Jahrzehnten die absolute Gleichstellung der arabischen Bevölkerung. Immerhin haben sowohl die Juden wie auch die Araber die selben historischen Wurzeln, wie genetische Vergleiche zeigen. Hebräisch zählt wie das Arabische oder das Aramäische zu den afroasiatischen Sprachen.

Auch wenn Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) und vor allem der rechtskonservative Teil der Knesset für dieses neue Nationalstaatsgesetz plädieren – es gibt genauso viele Kritiker. Israels Präsident Reuven Rivlin (ein Parteifreund Netanjahus) sagte: "Judentum und Demokratie bilden unauflösbar miteinander verknüpft die beiden festen Fundamente unseres Staates. Wird eines entfernt, bricht das ganze Gebäude zusammen." Justizministerin Zipora Livni (zionistisch-liberale Partei Kadima) und Finanzminister Yair Lapid (liberal-sakuläre Partei Jesch-Atid), lehnen den Gesetzesentwurf ebenfalls bisher ab.

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3 thoughts on “Nürnberger Rassegesetze 2.0 – Israel will Nichtjuden zu Bürgern zweiter Klasse erklären”

  1. Spätestens jetzt müßte es einem Jedem klar werden, daß der Glaube der Nazi's und der Glaube der Juden nur die zwei Seiten ein und derselben Medaille sind. Herrenrasse versus auserwähltem Volk. Beide glauben sie seien etwas Besseres. Da sich dies selbst zugesprochene "Besser sein", jedoch nicht aus sich selbst erweist, erlaubt man sich schon mal, die Anderen zu diskriminieren und wenn nötig auch zu eliminieren. Wie kaputt muß man im Oberstübchen eigentlich sein, um das vor seinem eigenen Gewissen zu verantworten?

    Gruß aus Bremen

  2. In den Geschichtsbüchern wird der 1 April 1933  beschrieben wo die Nationalsozialisten

    aufriefen jüsische Geschäft zu boykottieren.

    Warum wohl ??

    Interesant ist die Vorgeschichte dazu .

    Am 30.3.1933 hatte das Internaltinale Judentum Deutschland Weltweit den Krieg erklärt.

    Man sollte selber recherchieren , gibt erstaunliches zu erfahren warum es dazu kam.

     

  3. Und am Ende leiden wieder die unschuldigen Muslime, werden dann noch obendrein als die Verursacher abgestempelt.

    //Edit: Phrase entfernt. Bitte keine potentiell strafbaren Äußerungen verwenden. Danke. (mm)

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