Soros & Co verlassen das sinkende Bankenschiff

Großspekulanten wie George Soros stehen – nicht zu Unrecht – immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik. Doch wer einen Blick auf deren größeren Kapitalverschiebungen wirft, kann unter Umständen bevorstehende Crashgefahren frühzeitig erkennen. Nicht umsonst konnten diese Spekulanten ihre Vermögen ständig ausbauen.

Von Marco Maier

Wussten Sie, dass George Soros' Hedgefonds "Soros Fund Management LLC" sich im Laufe des ersten Quartals 2014 von sämtlichen Aktien der Großbanken JP Morgan Chase, Citigroup und Bank of America trennte? Auch Arrowstreet Capital LP, Adage Capital Management LP und on Jacobson’s Highfields Capital Management LP, weitere große Hedgefonds-Unternehmen wollen von US-Bankaktien – inklusive Goldman Sachs – nichts mehr wissen. Dies berichtete der Finanznachrichtendienst Bloomberg.

Wenn also die "großen Heuschrecken" in Scharen abziehen heißt das im Normalfall, dass es dort nicht mehr viel zu holen gibt. Bedenkt man, dass es sich hierbei um Geldhäuser handelt, die mit zig Milliarden Dollar jonglieren, sollte man sich dabei ernsthafte Gedanken machen. Insbesondere, da selbst der EZB-Direktor und Goldman Sachs Intimus Mario Draghi erst kürzlich vor scharfen Korrekturen auf den Finanzmärkten warnte. Diese eindringliche Warnung erging jedoch nicht an die Bürger, sondern an die Finanzindustrie.

Besonders interessant dabei: Draghi kritisierte die durch die niedrigen Zinsen beflügelte Renditegier der Finanzwirtschaft, sorgte jedoch nur wenige Tage nach der Warnung für eine weitere Zinssenkung. Das ist in etwa so als ob man die Schnapsläden vor den Alkoholikern warnen würde, um dann kurz darauf die Alkoholsteuern zu senken. Als vernünftige Geld- und Finanzpolitik kann man das nicht bezeichnen.

Jedenfalls ist es bezeichnend, dass vor allem die "großen Fische" gewarnt wurden, während das "gemeine Volk" weiterhin im Dunkeln gelassen wird. Beim nächsten Crash (Buchtipp: Der Crash ist die Lösung) werden die Finanzhaie nur geringe Verluste erleiden, die meisten Menschen jedoch wieder zum Handkuss kommen. Es erscheint jedenfalls so, als ob es in der nächsten Zeit wieder zu einem Finanzcrash kommen könnte. Zwar haben die europäischen Banken ihre Eigenkapitalpolster vergrößert, doch angesichts der nach wie vor gewaltigen Menge an toxischen Papieren in den Bilanzen sind auch diese recht nutzlos. 

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