Heute wurde dem Präsidenten des Europäischen Rates Herman von Rompuy der Karlspreis verliehen. Der Preis, der von der Stadt Aachen für die Verdienste um Europa und die europäische Einigung verliehen wird, ist mit der Laudation Jazenjuks und dem gemeinsamen Eindreschen auf Russland zu einem klaren politischen Statement der aktuellen politischen Situation in der Ukraine geworden.

Von Marco Maier

Dass der frühere belgische Premier und heutige Präsident des Europäischen Rates, sowie Vorsitzender des Euro-Gipfels, Herman von Rompuy den Preis erhielt, war mehr oder weniger nachvollziehbar. Die Laudatio durch einen jener führenden Politiker, der mit Hilfe rechtsextremer Brandmörder zur Spaltung Europas beiträgt – nämlich durch Arsenij Jazenjuk –  ist hingegen eine absolute Farce die an menschenverachtenden Zynismus kaum zu überbieten ist. Die einzige europäische Einigung die er und seine Junta vollbrachten, ist jene der EU gegen Russland und die ethnischen Minderheiten in der Ukraine.

An Russland gerichtet sagte er, dass niemand das Recht habe, "die UN-Charta zu verletzen und in Europa neue Grenzen zu ziehen und neue Mauern zu errichten”. Sein Land, so der rechtsgerichtete Interims-Premier zynisch, müsse für Frieden und Freiheit kämpfen – "mit allen Mitteln und Werkzeugen". In die gleiche antirussische Kerbe schlug van Rompuy: "Destabilisierung durch unseren gemeinsamen Nachbarn Russland ist nicht akzeptabel", sagte er in seiner Dankesrede. Das Vorgehen Russlands sei demnach umso bedauerlicher, als das Land "vollständig zur europäischen Zivilisation, zur europäischen Kultur" gehöre. In Europa, so van Rompuy, gebe es keine Grenzansprüche zu Lasten der Nachbarn. "Wir müssen mit anderen Staaten zusammenarbeiten, um Probleme zu lösen.”

Jazenjuk dankte Van Rompuy danach für dessen Unterstützung: Der EU-Ratspräsident habe "alles unternommen, um Blutvergießen in meinem Land zu verhindern". Das ukrainische Volk vertraue ihm, Jazenjuk, ganz persönlich. Wie sehr es ihm vertraut, sieht man im Osten und Süden der Ukraine, wo die ukrainische Armee gemeinsam mit den rechtsextremen Sturmabteilungen der "Nationalgarde" Städte und Dörfer in Schutt und Asche legen, weil viele Menschen in diesen Regionen mit der aktuellen Putschregierung in Kiew nicht einverstanden sind.

Wie kann dieser Politiker zu dieser Preisverleihung eingeladen werden, in dessen Mitverantwortung das Massaker von Odessa und der Krieg gegen die eigene Bevölkerung liegen? Wie blind muss man gegenüber der Lage in der Ukraine sein? Allerdings scheint es heutzutage zur Mode geworden zu sein, Preise und Auszeichnungen aus purem politischen Kalkül zu vergeben. Wie sonst hätten schon die EU und US-Präsident Obama den Friedensnobelpreis bekommen können? Vielleicht sollte man den Chef des Rechten Sektors für den "Dachau-Preis für Zivilcourage" vorschlagen, welcher nächstes Jahr wieder an eine Person verliehen wird, "die sich mit Mut, Phantasie und Engagement für die Rechte von Verfolgten und diskriminierten Minderheiten eingesetzt haben". Auch hier kann man den Sinn des Preises entstellen, indem man Rechte auszeichnen, die mit Phantasie und Engagement Minderheiten verfolgen und diskriminieren.

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//Update 23:05h

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11 thoughts on “Zynismus pur: Karlspreisverleihung und Jazenjuk”

  1. Leute, diese Preise sind längst ad absurdum geführt. Was bedeutet der Karlspreis heute nach Juncker, Barosso, Schäuble und van Rumpelboy? Richtig, nichts und nochmal nichts. Und was ist der Friedensnobelpreis noch wert nach Obama und EU? Ebenso nichts. Für diese Preise nominiert zu werden kommt einer Beleidigung gleich.

  2. Der Westen verkommt immer mehr zu einem moralischen Schmierentheater. Zynismus ist sein politisches Credo.

    Die sog."Eliten" gefallen sich in der Rolle als Preisträger durch den Sumpf ihrer Scheinwelt zu laufen.

    Ekelhaft.

  3. Uaaaahaha…. wann bekommt denn dann Hitler seinen Karlspreis. Immerhin hätte sich Europa ohne den zweiten Weltkrieg niemals so entwickelt wie wir es heute kennen.

  4. Яйценюх-Яйца нюхает (riechende Eier) гнида продажная (er nicht für seine Leute zu kümmern, die Hauptsache, um Geld zu verdienen)

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