Das Massaker von Odessa hat offenbar viel größere Ausmaße, als zunächst angenommen. Der Abgeordnete Wadim Sawenko hat nun den Behörden vorgeworfen, die wahren Opfer-Zahlen zu verschweigen. In dem brennenden Gewerkschaftshaus starben laut Sawenko weit mehr als die angegebenen rund 40 Menschen. „Nach unseren Angaben wurden im Gewerkschaftshaus 116 Menschen getötet“, so Sawenko, der Mitglied des Gebietsparlaments ist. Seiner Schilderung zufolge haben geborgene Leichen „Schussverletzungen am Kopf“ aufgewiesen. Die Gewaltorgie bezeichnete er als „Strafoperation gegen die prorussisch gesinnten Bürger“.

Von Florian Stumfall

So abstoßend das Verbrechen in Odessa auch war, der Westen hat bislang  keinen Protest dagegen eingelegt und wird es auch weiterhin nicht tun, glaubt der Begründer des Netzwerks „Stop NATO“, Rick Rozoff, der auch als Publizist hervortritt.  „Es wird keine Proteste wegen des barbarischen Massakers in Odessa geben. Keines der hunderte Senatsmitglieder, keines der 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses der USA und keiner der EU-Parlamentarier wird diese Ereignisse verurteilen, die an die Taten der Wehrmacht unter Adolf Hitler während des Zweiten Weltkrieges oder der herumstreunenden Söldnerbanden aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs im 17. Jahrhundert erinnern“, so der Autor.

Auch gegen die Kiewer Behörden erhebt er schwere Vorwürfe: „Erst setzten sie das abgeriegelte Gewerkschaftshaus in Odessa, in dem sich viele Menschen aufhielten, in Brand und behaupteten anschließend, diese hätten das Gebäude selbst angezündet.“ Die Übergangsregierung in Kiew und ihre „Sponsoren aus den USA und der EU“ täten alles, um die Ereignisse zu vertuschen oder nach eigener Lesart auszulegen. Doch es gebe keinen Zweifel: Regierungstreue Kräfte hätten das Gewerkschaftshaus überfallen und in Brand gesetzt. „Die westlichen Führer werden Krokodiltränen vergießen und beiden Konfliktseiten ihr Mitleid aussprechen, dabei aber die umfassende Militärkampagne des von ihnen gesponserten Kiewer Regimes gegen die so genannten Terroristen sowohl moralisch als auch materiell unterstützen“, so der Autor.

Tatsächlich wird es in den gleichgepolten Medien der NATO-Mitgliedsländer vermieden, auf die Urheberschaft des Verbrechens einzugehen. Mehr noch: Auch die deutsche Bundesregierung meidet jeden Vorwurf gegen die von ihr begünstigte Putsch-Regierung. Man müsse das Massaker von Odessa „genau untersuchen“, so ihr Sprecher, als ob man nicht wüsste, wer der Täter ist, wenn man das Opfer kennt. Doch eine Untersuchung bietet die Möglichkeit der Vernebelung und der falschen Schuldzuweisung. Frankreichs politische Spitze im Elysee scheint Odessa gar nicht zu kennen. Auch London Downing Street schweigt zu Odessa. Schweigen überall, gerade so, als hätte Obama gerade wieder ein paar Leute per Drohne liquidiert.

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