Selbst die Springerpresse, die immer die Schmiere liefert, wenn es nötig ist, die transatlantische Achse zu fetten, kann nicht mehr leugnen, dass in der Ukraine US-Söldner auf Seiten der Kiewer Junta kämpfen.

Von Florian Stumfall

Experten haben schon Anfang April darauf hingewiesen und auch das „Contra-Magazin“ hat frühzeitig darüber berichtet (siehe hier). Die Kommandos sind von „Greystone“ entsandt, einem Zweig der weltgrößten Söldner-Firma „Academi“, die unter ihrem eigentlichen Namen „Blackwater“ bekannt geworden ist und abscheuliche Brutalitäten begangen hat. Ihr Einsatz in der Ukraine gibt Gelegenheit, sie ein wenig näher zu betrachten.

Gründer des Unternehmens war Erik Dean Prince, im Jahr 1969 in ein reiches Elternhaus geboren. Nach einer abenteuerlichen Laufbahn – er war Leutnant bei den US Navy Seals, bei denen er einige Auslandseinsätze bestritt und unter anderem vorübergehend Mitglied eines CIA-Killer-Kommandos – zog er sich mit seinem ererbten Vermögen nach Virginia Beach zurück und gründete dort zusammen mit Al Clark das Sicherheitsunternehmen „Blackwater USA“. Die Firma versteht sich als Dienstleister in allen Fragen der Sicherheit, vom Personenschutz bis zum Kriegseinsatz. Ihr größter Kunde ist die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika.

Über Art und Charakter einer Truppe, deren Mitglieder das Töten für Geld als ihren Beruf begreifen, soll man sich keine Illusionen machen. So ist auch die Liste der Untaten von „Blackwater“ überlang, ein Vorfall aber hat sogar den Weg in die Tagespresse gefunden, das Massaker vom Nissur-Platz. Dieser liegt im Zentrum von Bagdad, und im Jahr 2007 war natürlich auch „Blackwater“ an Ort und Stelle, weil man im Rahmen des Irak-Kriegs gut zu töten und zu verdienen hatte. Auf diesem Platz nun geriet ein LKW der „Blackwater“ in einen Verkehrsstau, worauf die Söldner ihre MP herausrissen und 17 Menschen töteten sowie 24 schwer verletzten.

Das war nun auch für ihre Verhältnisse ein starkes Stück. Die irakischen Behörden wollten daraufhin „Blackwater“ die Lizenz entziehen – sowas gab es wirklich – aber es stellte sich heraus, dass die Firma ohnehin mit eigener Genehmigung agierte. Doch das störte nicht weiter. Fünf Tage nach dem Massaker auf dem Nissur-Platz tat Blackwater wieder, als wäre nichts geschehen. Allerdings gab es einen kleinen Epilog in den USA. Vorfälle dieser Art hatten sich bereits gehäuft, sodass das State Department wegen 288 Verstöße gegen Gesetze der USA eine Buße von 42 Millionen Dollar verfügte. Mit dieser Summe kann man „Blackwater“ nicht einmal eine Woche mieten. Die Zahlung bewirkte, dass gegen keinen der Söldner Klage erhoben wurde.

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Daran und nicht nur an dem geschäftlichen Verhältnis zwischen der US-Regierung und „Blackwater“, das sich nach dem Massaker am Nissur-Platz in „Academi“ umbenannte, sieht man die engen Verbindungen. „Academi“ macht für die US-Regierung die Drecksarbeit in der Ostukraine, und das Weiße Haus kann sich jederzeit darauf herausreden, es handele sich dabei um eine private Firma, und sei für sie, die Regierung, ohne Belang.

Übrigens verkaufte der Gründer Prince anno 2010 seine Firma, die dann "Xe Services" hieß, an eine Investorengruppe. Erstaunlich, wer zutage tritt, wenn man näher nachforscht: Hinter jener Gruppe verbirgt sich nach verschiedenen Quellen der Agrarmulti „Monsanto“. Aber warum soll der Konzern keine Söldner beschäftigen? Er stellt ja unter anderem auch chemische Kampfmittel her.

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3 thoughts on “Blackwater: Die Söldnertruppe fürs Grobe”

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